03.03.2009

Sieben ohne: Prolog

von Ute Janssen


Es begann pünktlich am ...

... Aschermittwoch, Beginn der Fastenzeit. Ursprünglich und im katholischen Sinne bedeutet das: Rund sieben Wochen, nämlich bis Ostersamstag, 12 Uhr, ißt der katholische Christ kein Fleisch.

Ich bin nicht besonders gläubig. Dennoch möchte ich es in diesem Jahr ausprobieren. Ich möchte sieben Wochen auf etwas verzichten, ohne das mir das Leben irgendwie schwieriger erscheint.

Fleisch kommt nicht in Frage. Ich kann zwei Wochen kein Fleisch essen, ohne es auch nur zu bemerken. Einige verzichten in der Fastenzeit zum Zeichen Ihrer Abstinenzfähigkeit auf Alkohol. Auch nichts für mich. Selbst Rotwein trinke ich in letzter Zeit so selten, daß mein einstiger Stamm-Weinhändler mich nicht mehr auf der Straße erkennt. Nein, mein Laster liegt woanders. Was mein Leben versüßt, ist Schokolade und alles klebrig Keks- und Kuchenartige drum herum.

Wenn ich eine Tafel Schokolade aus ihrem feinen Aromapapier gewickelt habe, ist es so sicher wie Lebkuchen an Weihnachten, daß ich sie aufessen werde. Auch 150-Gramm-Tafeln habe ich schon an nur einem Fernseh-Abend verputzt. Meine Lieblingssorte »Schokolade und Keks«, nur im 300-Gramm-Format erhältlich, kommt mir schon lange nicht mehr ins Haus. Sicher ist sicher.

Und obwohl ich viel Sport treibe, laufe, Rad fahre und sowieso ständig unter Strom stehe, dürften es ruhig ein paar Gramm weniger sein. Oder auch genau andersherum: Gerade weil ich für eine Top-Kondition trainiere, täte auch eine Top-»Form« nicht schlecht. Warum also nicht den philosophischen Abstinenzgedanken des Verzichtenwollens mit dem Praktischen verbinden? Mein Entschluss steht fest: Ich werde sieben Wochen auf Süßigkeiten verzichten.

Nerven beruhigen? Entspannen? Abschalten? In den nächsten Wochen bitte ohne Schokolade. Kein Kinderriegel zum Latte Macchiato. Kein Tiramisu zum Abschluß eines italienischen Essen. Ich werde jedes mir angebotene Kuchenstück ausschlagen. Und: Nichts Süßes zu essen bedeutet für mich auch, jegliche Form des Industriezuckers gewissenhaft zu meiden. Für den geringen Zuckeranteil in Salatdressing oder meiner Lieblings-Tomatensuppe werde ich vielleicht eine Ausnahme machen. Aber, wo Zucker wirklich süß macht, werde ich ihn aus meinem Speiseplan verdammen. Das heißt: ab morgen auch keine Marmelade mehr zum Frühstück.

Das also ist mein Plan von »Sieben Wochen ohne«. Wie es mir dabei ergeht, lesen sie ab sofort regelmäßig – hier.


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19.02.2009

The Translated

Einen sehr eleganten deutschen Titel hat man für den heute angelaufenen Kinofilm »Taken« gefunden: »96 Hours«.

Auch schon wieder irgendwie geil.

18.02.2009

Herzlich willkommen in Belgien

»FÜSSE ABTRETEN BITTE!!«

Haupteingang der belgischen Botschaft in Berlin
(Schönen Dank an Jake24!)

13.02.2009

Anspruchsvoll

»Postdienst: Solltest du Zeit haben, kannst du den Postboten beim Einsammeln und Verteilen der Post begleiten.«

(Aus einer berühmten Stellenauschreibung)

11.02.2009

Curb your Kinoschocker

Am Anfang war wieder das Wort, diesmal folgendes:

Something terrible can happen, something really dark and bleak, and put this music on and everything is just gonna be fine. And the audience is not gonna take it seriously, no matter what happens. If you play that music they won't take it seriously.
(Larry David)

That music heißt »Frolic«, stammt von einem Mann namens Luciano Michelini und macht alles gut. Was immer auch geschieht, sie macht alles leicht und fröhlich und – gut. Macht sie wirklich?

Einige Leute sind ausgezogen, diese Theorie zu prüfen – und suchen nun reihenweise really dark and bleak things aus Kinofilmen heraus. Und legen diese Melodie darüber. Sie curben. So bezeichnet man das Experiment im noch gut zu überschauenden Fachkreis, weil die Musik dem zitierten Larry David aus dem zitierten Grund als Titelmelodie für eine Serie namens »Curb your enthusiasm« gefiel.

Genießen Sie den »Frolic-Effekt« in:

Curb your Alien »
Curb your Mission »
Curb your City »

Und die vielleicht eindrucksvollste Demonstration:
Curb your Bill »


Alles nicht schön. Aber doch fröhlich.

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