27.02.2007

Vogelkunde

In der U-Bahn sitze ich genau vor einem Werbeplakat. Ich frage mich zum wiederholten Male, wer die nicht ganz unzynische Idee hatte, als Kurzform für eine Software zur Einkommenssteuererklärung ausgerechnet den Namen der als diebisch geltenden Elster zu wählen.

25.02.2007

Klopfökonomie

[...]
Endlich. Ich habe mich entschieden. Ich kaufe sie. Leicht aufgeregt stehe ich also vor dem Glaskasten im Elektronikgroßmarkt; das Informationsschild weist unter den bekannten Daten einen erfreulichen Preis aus.

Die Männer mit den Schrankschlüsseln sind indes noch anderweitig beschäftigt.
»Ich bring' dann mal die Pentax weg.«
»Genau. Wenn einer fragt, haben wir keine mehr. Die andern kommen dann auch runter ins Lager.«
»Gut.«

Was treiben die da? Gleichviel, ich bin dran.
»Guten Tag. Die EOS 350D hätte ich ja gern mitgenommen.«
»Wie?«
»Die EOS 350.«
»Ah. Da hab' ich leider keine mehr da. Sind alle weg.«
Wir sehen beide auf das anpreisende Schild im Schaukasten.
»Das Schild irritiert nur, das nehm' ich mal raus. Keine mehr da«, sagt der Mann.
»Du lügst doch. Wahrscheinlich stapeln sich da unten lauter 350er im Schrank, gleich neben den ganzen Pentax«, sage ich.
Nur in Gedanken allerdings. Und auch erst hinterher.

Angespornt vom zuvor abgehörten Dialog entwickle ich später nämlich die Theorie des Weichklopfpreises. Man denkt sich ein attraktives Angebot aus, sperrt die Geräte weg und teilt jedem fragenden Kunden mit, es seien keine mehr vorrätig. Einige Zeit später holt man sie wieder hervor – und schreibt einen um 20 Euro höheren Preis aufs Schildchen. Der durch den ersten Rückschlag weichgeklopfte Kunde greift nun sehr rasch für mehr Geld zu; aus Furcht, wieder zu spät zu kommen.

Alternativ könnte ich natürlich auch einfach nur Pech gehabt haben. Wer weiß das schon.
[...]

21.02.2007

In die Fremde geführt

Zum »Welttag des Fremdenführers« ein funkelndes Stück Kurzlyrik:

Der Stalin folgt dem fremden Führer,
Der stahl ihm seinen Fremdenführer.

– Ende –


(Wie man sieht, kann sich das Konzept des Schüttelreimes nicht gänzlich entfalten, wenn die zu vertauschenden Buchstaben identisch sind. Sei's drum.)

19.02.2007

G+J+M


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18.02.2007

Fléo

Lor nou la terre
Boucou pas kroire sé ki pé arrivé
Parski pouvoir ki apé controlé
Zotte preten kapav contredir kréater
Zenfan soufer
Comié cadav tou lé zour enteré
Comié surprize comié l'épidemie
Oui nou pas lé kroire nou savoir li douté
Ki fer nou pas lé corpéré
Tou pays lé monde entié
Ensam arrete fer krioté
Suivre sé ki nou pé trouvé

Fléo ki arrivé do
Montré ki zom pas respecté so mission
Fléo ki pou fer do
Parski bane zom pé pren mové décision

Ti néserser koalizé pou la paix san la guerre
Evite verse larme au lieu ki servi zarme
Nou partaz l'idée pour combattre pauvrété
Bane connaiser pas pé pren compte si éna siperyer
Invent malheur, modifier l'atmospher
Pou zotte l'interet kosékense malheur

Ki fer nou pas lé corpéré
Tou pays lé monde entié
Ensam arrete fer krioté
Suivre sé ki nou pé trouvé


Das war: Réunion-Kreolisch. Hat man das auch mal gesehen. Offen bleibt, worum es eigentlich geht; eine Übersetzung war nicht beigeheftet.

15.02.2007

»Wie man's spricht.«

Namen von Welt. Heute: Csikszentmihalyi.

Kein Witz. Es gibt nicht viele Gründe, auch so heißen zu wollen; einer davon aber ist die sonst unerreichte Lässigkeit, die kosmopolitische Beiläufigkeit, die erhabene Nonchalance beim Geben der Antwort:
»Wie man's spricht.«


(Nur Kleingeister können sich daran stören, daß das glatt gelogen wäre. Man schreibt es nämlich ganz anders. Als man es spricht.)

14.02.2007

Kaufbefehl

Walter Moers: »Die 13½ Leben des Käpt'n Blaubär«

Ach, herrlich. Eine ganze – und ganz eigene – Welt zwischen zwei Buchdeckeln; voller Ideen, voller Phantasie. Als würde man ein Kästchen öffnen und in einen darin verborgenen kleinen Kosmos sehen.

Wunderbar aufgeschrieben ist es obendrein. Kaufen, lesen.

12.02.2007

Wintermoor

Weiße Weiten. Schlicht.
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10.02.2007

Geklärt

Weitere drängende Fragen des Alltags ...


Übrigens, nicht alle Problemstellungen des Alltags müssen undurchsichtig bleiben. Bisweilen hilft auch Dr. Dr. Rainer Erlinger:

Die Gewissensfrage

Doppeldoktormäßig, aber erfrischend kurzweilig entwirrt er kleine moralische Dilemmata aus dem richtigen Leben.

Nett von ihm.


(Mit Dank an J. für den Hinweis!)

09.02.2007

Ungeklärt

Drängende Fragen des Alltags ...


Nach dem Besuch eines Zeitschriftenladens grübelte ich den ganzen Rest des Abends über einem beachtlichen Mysterium: Wer nur mag wohl Hefte kaufen wie »Beamer. Das Magazin für Großbildprojektion«?

07.02.2007

Lecker, lecker

Weil's schmecken soll:

Kleiner Kochkurs für Fortgeschrittene

Bitte beachten Sie: Funktionierende Lautsprecher sind von entscheidender Bedeutung.

Guten Appetit!

04.02.2007

Nachtstadtlichter


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03.02.2007

Tierisch

(Gerade noch rechtzeitig) zum 178. Geburtstag von Alfred Edmund Brehm ein paar Zeilen übers »Thierleben« ...


Der Tierfreund

Die Mücke saust dahin,
Kaum sichtbar, doch zu gut
Zu hören. Die hat Mut.
Weiß, daß ich Tierfreund bin.

Ich lausche mit Geduld,
Doch plötzlich ist sie weg.
Dafür ein roter Fleck;
Mal ehrlich: selber schuld.


... und -sterben.

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